Umstellung auf Biohydrauliköl - Ablauf

Die Umstellung ist in folgenden Schritten durchzuführen:

  1. Betriebswarmes Öl aus der gesamten Anlage (Tank, Zylinder, Kühler, Leitungen) ablassen. Zu beachten ist, dass bei mobilen Anlagen nur 60 bis 70 % des Ölvolumens im Tank enthalten sind; der Rest ist in der Anlage verteilt. Je gründlicher die Entleerung erfolgt, desto weniger Spülgänge sind erforderlich. Zur Kontrolle des Spülergebnisses die entnommene Ölmenge bestimmen.
  2. Tank von innen kontrollieren und bei Bedarf reinigen. Tankverschluss auf Sauberkeit und Vorhandensein des Luftfilters prüfen.
  3. Ölfiltereinsätze erneuern.
  4. Die Anlage mit Bioöl füllen. Alternativ kann zum Spülen auch eine spezielle, dafür geeignete Spülflüssigkeit verwendet werden.
  5. Anlage entlüften und vorsichtig in Betrieb nehmen. Vorsicht: Durch Lufteinschlüsse verhalten sich die Zylinderantriebe anders als gewohnt; so kann z. B. die Endlagendämpfung vorübergehend unwirksam sein. Alle Antriebe müssen mehrmals betätigt werden, um die ganze Anlage durchzuspülen. Besonders gründlich müssen die geschlossenen hydrostatischen Getriebe - z. B. der Fahrantrieb bei Baggern - betätigt werden, da hier das Öl mehrmals im Kreis fließt, bevor es ersetzt wird.
  6. Flüssigkeitsspiegel im Tank kontrollieren. Sinkt dieser beim Entlüften der Anlage, muss bei der Inbetriebnahme öfter so weit nachgefüllt werden, dass die Pumpe möglichst wenig Luft oder Schaum ansaugt. Vorübergehend verstärkte Schaumbildung ist beim Spülen normal. Dies hat zwei Gründe: In der Anlage eingeschlossene Luftreste mischen sich unter Druck mit dem Öl und werden bei der Entspannung im Tank wieder freigesetzt. Außerdem hat die beim Spülen gebildete Mischung aus Mineralöl und Bioöl ein schlechtes Luftabscheidevermögen. Die Schaumbildung sollte sich aber später mit der endgültigen Füllung nach einigen Betriebsstunden wieder normalisieren.
  7. Anlage wie oben beschrieben wieder entleeren, neu mit Bioöl befüllen und in Betrieb nehmen. Wieder alle Antriebe betätigen. Bei Bedarf wiederholen.
  8. Die Spülfüllungen sind nicht für den unbeaufsichtigten Dauerbetrieb geeignet. Erst nach abgeschlossener Umstellung darf die Anlage für den Dauerbetrieb freigegeben werden. Die Anzahl der Spülgänge richtet sich danach, wie gut die Anlage entleert werden kann, d. h. sie ist abhängig vom Tankanteil am Systemvolumen und vom Entleeren der Zylinder und Leitungen. Zwei Grenzfälle als Beispiele: Gelingt es z. B. die Anlage bis auf einen Rest von jeweils 14 % zu entleeren, dann ist nach zweimaligem Entleeren und anschließendem Neubefüllen der Restanteil von genau 2 % erreicht (14 % von 14 % = 2 %). Gelingt es dagegen nur, einen Rest von jeweils 27 % zu erreichen, dann führt ein dreimaliges Entleeren und Neubefüllen genau zu einem Rest von 2 %.
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